Manche Betriebe verhandeln Pauschalen brutto: Der Kunde hört "das macht 1.000 Euro" und genau dieser Betrag soll auf dem Beleg stehen. Bisher waren Einzelpreise in Angeboten und Rechnungen immer Nettopreise, die Mehrwertsteuer kam erst am Ende dazu. Ab sofort können Sie Einzelpreise wahlweise auch inklusive Mehrwertsteuer erfassen.
Funktion freischalten
Die Funktion ist zunächst ausgeschaltet und dann auch nirgends sichtbar. Öffnen Sie im Verwaltungssystem "Rechnungen → Einstellungen" und wechseln Sie in den Abschnitt "Steuer & Bankverbindung". Dort finden Sie das Auswahlfeld "Preiseingabe":
- netto — die MwSt. kommt zum Preis dazu (Voreinstellung, bisheriges Verhalten)
- brutto — die MwSt. ist im Preis enthalten
Die Auswahl legt fest, womit neue Belege starten. Bestehende Angebote und Rechnungen bleiben unverändert.

Pro Beleg umschalten
Ist die Funktion freigeschaltet, erscheint im Angebots- und Rechnungs-Editor in der Werkzeugleiste über den Positionen der Knopf "Preise: netto" beziehungsweise "Preise: brutto". Ein Klick öffnet die beiden Möglichkeiten mit der jeweiligen Erklärung.

Das Umschalten verändert die Beträge des Belegs nicht, sondern nur die Sicht darauf. Ein Angebot über 2.105,00 Euro brutto bleibt nach dem Umschalten auf netto derselbe Beleg — nur werden die Einzelpreise dann ohne Steuer angezeigt. Umschalten ist nur im Entwurf möglich; ein versendeter oder abgeschlossener Beleg bleibt so, wie er den Kunden erreicht hat.
So sieht der Beleg im Brutto-Modus aus
In der Positionsliste heißen die Spalten dann "Preis inkl." und "Gesamt inkl.". Sie tragen den Bruttopreis ein, den Sie mit dem Kunden vereinbart haben; den Nettobetrag rechnet das System daraus zurück.

Auch das PDF, die PDF-Vorschau und die Kundenansicht des Angebots zeigen die Preise dann inklusive Steuer. Am Ende steht "Brutto inklusive MwSt." mit dem Hinweis, welcher Steuerbetrag darin enthalten ist. Der Nettobetrag wird weiterhin ausgewiesen, denn er gehört auf jede Rechnung.
Pauschale über einen Titel
Hinterlegen Sie für einen Abschnitt einen Festpreis, gilt dieser im Brutto-Modus ebenfalls als Bruttobetrag. Eine Pauschale von 1.000 Euro steht damit auch als 1.000 Euro auf dem Beleg. Das System verteilt den Betrag cent-genau auf die Positionen des Abschnitts, auch wenn darin unterschiedliche Steuersätze vorkommen.
Was weiterhin netto rechnet
Kalkulation, Marge, Aufmaß, Artikelstamm und Datanorm-Preise arbeiten unverändert mit Nettopreisen. Das ist bewusst so: Einkaufspreise und Aufschläge sind Nettogrößen, und nur so bleiben Ihre Auswertungen über alle Belege hinweg vergleichbar.
Häufige Fragen
Ändern sich meine bestehenden Angebote und Rechnungen?
Nein. Alle vorhandenen Belege bleiben auf "netto" und sehen aus wie bisher — auch ihre PDFs.
Mein Betrieb arbeitet netto. Ändert sich für uns etwas?
Nein. Solange in den Einstellungen "netto" steht, erscheint der Umschalter im Editor gar nicht.
Ändert das Umschalten den Rechnungsbetrag?
Nein. Es ändert nur, ob die Einzelpreise mit oder ohne Steuer angezeigt werden. Der Endbetrag bleibt gleich.
Kann ich einen bereits versendeten Beleg noch umstellen?
Nein. Umgestellt wird nur im Entwurf.
Was gilt bei Kleinunternehmer-Regelung oder Reverse Charge?
In diesen Fällen wird keine Steuer ausgewiesen, netto und brutto wären also identisch. Der Umschalter steht dort deshalb nicht zur Verfügung.
Wir sind ein Schweizer Betrieb — wie heißt die Steuer dort?
An allen Stellen erscheint "MWST" statt "MwSt.". Die Rundung auf 5 Rappen funktioniert unverändert.
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